[6] sehr nett von Ihnen, wenn Sie’s mir ersetzen wollten, denn wir Schofföre sind ja nich jrade auf Rosen gebettet in diese schlechte Zeiten … – Hallo, wat is denn …!?“ Und er fuhr halb herum, da neben uns ein … Mann mit einer Handtasche aufgetaucht war …
„Heyking,“ stellte er sich mir atemlos vor … „Pastor Heyking aus Lubowitz …“
Er keuchte … konnte kaum sprechen …
„Ich … ich bin dem Auto nachgelaufen,“ fügte er hinzu. „Dort an der Straßenecke ging die eine Tür des Kraftwagens plötzlich von selbst auf und meine Handtasche fiel mir hinaus auf den Fahrdamm – in eine Schneeschanze … Ich sprang hinterdrein … Verzeihung, Herr Harst … oder Herr Schraut?“
„Schraut,“ erklärte ich zähneklappernd, denn die dünne Pelerine war wirklich kein geeigneter Schutz bei diesem eisigen Schneetreiben …
Heyking lohnte nun rasch den Schofför ab, und dann eilten wir ins Haus.
Harald stand schon wartend in der weitgeöffneten Tür …
„Ein kleines Malheur anscheinend, Herr Pastor?“ lächelte er liebenswürdig und nahm unserem Gast die Handtasche ab …
Heyking schälte sich aus dem dicken Ulster[Anm. 1], und ich schüttelte den Schnee von der Pelerine …
Dann saßen wir zu dreien vor dem mächtigen Kaminofen …
Konnten nun unseren Besucher in aller Ruhe mustern …
War ein mittelgroßer, engbrüstiger, blondbärtiger Herr, der Pfarrer. Trug noch eine altmodische goldene Brille und hatte in dem frischen Gesicht einen überaus gutmütigen Zug, dazu eine sanfte, weiche Stimme …
„Herr Pastor, in zehn Minuten wird meine Köchin uns das Abendbrot auftragen,“ sagte Harald zwanglos.