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Saurer Ledergeruch und der Duft einer kurzen Pfeife empfingen uns. Auf dem Arbeitstisch hockte eine zahme Dohle.
Rehbein schob uns zwei Stühle hin. Er selbst setzte sich auf seinen Schusterschemel. Sein kahler Schädel glänzte im Lichtschein der Gaslampe, die in Lyraform von der Decke des winzigen Raumes herabhing.
Harst erzählte, weshalb wir Ernst Wogitsch bisher nicht kennen gelernt hätten, und zeigte dem Buckligen auch den Zettel, fragte dann: „Was wollte Wogitsch bei mir?“
„Das weiß ich nicht, Herr Harst. – Wir sind ja alte Freunde, der Wogitsch und ich. Wir wohnen hier schon zwanzig Jahre. Ihm gehört auch das Haus. Sonst vertraut er mir alles an. Aber über seine letzte Bestellung tat er sehr geheimnisvoll. Er ist nämlich Modelleur für Wachsköpfe und Wachsfiguren, so eine Art Künstler in seinem Fach. Er steht mit dem ganzen Ausland in Geschäftsbeziehungen. Vor – ja vor fünf Tagen bekam er eine neue Bestellung aus Hamburg. Dem Briefe lag auch Geld bei. – Mehr kann ich darüber nicht angeben. Jedenfalls war Wogitsch seit heute vormittag dann sehr aufgeregt. Er sagte zu mir, daß es doch gut sei, wenn man eine Zeitung hielte, man erfahre dann doch so allerlei. Und heute abend, als er gegen acht ausgehen wollte, kam er noch zu mir und meinte: „Du, Rehbein, ich will mal zu Harald Harst. Bei der Geschichte stimmt was nicht!“ – Meine Fragen beantwortete er nicht. Er war wieder sehr aufgeregt.“