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Page:Die große Null.djvu/18

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[18] Rehbein bewies, daß Blut ihn nicht schreckte.

Er war zwar blaß geworden, hatte für Sekunden die Fassung verloren, raffte sich ebenso schnell wieder auf und … stieß wortlos auch diese Tür auf.

Das Zimmer bot genau denselben Anblick wie der Nebenraum, den wir soeben durchschritten hatten. Es enthielt[1] nur Wachsfiguren!

Die Fenster waren auch hier dicht verhängt. Wollene Decken waren an Ringen als Vorhänge benutzt worden.

Harald blieb jetzt zurück, ließ mich vorüber.

Rehbein stand und blickte sich suchend um.

Ich sah da unter einer Art Baldachin aus schwerer chinesischer Seide die Wachsfiguren zweier bärtiger Männer mit breiten roten Schärpen, mit Pistolen in diesen Schärpen, mit breitrandigen Strohhüten auf dem Kopf …

Rehbein flüsterte hastig:

„Hier ist niemand. Gehen wir in die Küche …“

Harst, der noch auf der Türschwelle stand, versperrte dem Buckligen den Weg.

„Ich denke, Herr Rehbein, Sie sagen uns jetzt die Wahrheit,“ meinte er. „Sie haben doch von vornherein gewußt, daß hier Dinge geschehen sind, die ihre gefährliche Seite haben. Der doppelte Kuckucksruf war ein Signal, aber – – ein Notschrei!! Das ist’s!“

Der kleine Schuster wollte etwas erwidern …

Plötzlich aber schoß die Dohle mit schnellen Flügelschlägen an ihm vorüber und auf den Baldachin zu, schlüpfte hinter dessen bauschige Rückwand, so daß die gelbe Seiden sich bewegte …

Und kreischte … kreischte ohne aufzuhören …

Kreischte kläglich …

Harst war vorwärts geeilt …

Riß den Seidenstoff hinter dem Holzsockel, auf dem die beiden Bärtigen standen, hoch und … enthüllte so den Körper eines Greises mit dünnem, grauem Bart …

Rehbein trat näher.

  1. ↑ Vorlage: enhielt