[21] Gewiß – ich war im Moment auf den Beinen …
Doch – das half mir wenig. Rehbein hatte die Haustür bereits zugeschlagen und von innen abgeschlossen.
Ich hämmerte mit den Fäusten dagegen. Ich hoffte, daß Harald es oben hören würde …
Ich schäumte vor Wut. Mich so überlisten zu lassen! Daß der Kerl mir auf diese Weise entschlüpfen würde, hätte ich auch nicht im entferntesten gedacht! –
Zwei jüngere Männer kamen die Gasse entlang.
Ich bat sie, die Polizei herbeizuholen. Sie zögerten erst noch. Als ich ihnen aber mitteilte, daß der hier Nr. 6 wohnende Wachsmodelleur Wogitsch ermordet worden sei, riefen sie in einem Atem: „Den kennen wir von Ansehen!“ Und der eine fügte hinzu: „Karl, dann lauf’ Du man zur Polizei! Du hast flinkere Beine!“
Und Karl trabte davon.
Der Mann, der bei mir zurückblieb, war ein Monteur namens Zwicker.
Ich erzählte ihm nun auch, weshalb ich so laut gegen die Tür getrommelt hätte.
Da rief er wieder: „Oh – der bucklige Rehbein! Ne – wer dem das zugetraut hätte! So’n Häufchen Unglück! – Ich wohne nämlich hier in Nummer vierzehn …“
Wir kamen ins Gespräch. Ich konnte es nicht gut umgehen, Zwicker meinen Namen zu nennen. Er stutzte.
„Schraut – Schraut?!“ Er musterte mich. „Und wie heißt Ihr Freund, der oben geblieben ist?“
„Harst …“
„Ah – also doch!“ und er lachte etwas und – – zog einen Harstband aus der Tasche. „Man will doch mal das ganze Elend von heute vergessen,“ meinte er eifrig. „Wenn ich Ihre Geschichten lese, Herr Schraut, lebe ich in einer anderen Welt. Das ist nur gut. Man kommt eben auf andere Gedanken, Herr Schraut.“
Ich erfuhr dann von ihm mancherlei über Wogitsch und Rehbein, die hier im Brückengang recht beliebt seien, versicherte