[22] er wiederholt. Sie täten insgeheim viel Gutes, obwohl sie es selbst nur knapp hätten. – Er wunderte sich aber sehr, daß wir Rehbein bei der Arbeit angetroffen hätten. „Der Bucklige flickt doch höchstens mal ein Paar Pantoffel aus, Herr Schraut. Na – und mit Wogitsch’ Wachsfiguren ist wohl auch kaum die Magarine aufs Brot zu verdienen – kaum!“
Ich hörte nur halb hin. Ich dachte nur an Rehbein – wie der aus dem Hause entschlüpfen würde! Es mußte einen zweiten Ausgang haben – ohne Frage!
Auch der junge Monteur schien sich jetzt mit des Schusters Flucht in das Haus zurück in Gedanken zu beschäftigen und meinte unvermittelt:
„Hm – da ist er nun doch eingesperrt und kann nicht heraus, der Rehbein.“
„Vielleicht entkommt er über den Hof …“
„Ausgeschlossen, Herr Schraut. Da sind nur himmelhohe glatte Mauern der Kartonfabrik von Uhlig und Kompagnie. Und übers Dach geht’s doch auch nicht. Denn oben ist Herr Harst …“
„Falls Rehbein nicht lautlos die Treppen emporschleicht bis zum Boden …“
Zwicker nickte nachdenklich. „Das wär möglich. Aber – aber so’n Schwächling wie Rehbein kann doch nicht über die Dächer klettern!“
„Sie irren: Der Schuster ist nicht so kraftlos, wie Sie denken,“ erwiderte ich und massierte mein schmerzendes Knie.
Da bog auch schon ein Auto in die schmale Gasse ein.
Es war die Polizei …