[23]
Und zwanzig Minuten später fuhr ich mit Harald, den wir oben in Wogitsch’ Wohnzimmer mit einer dicken Beule am Hinterkopf auf dem Fußboden bewußtlos aufgefunden hatten, und der dann sehr bald wieder zu sich gekommen, aber noch sehr schwach war, heimwärts nach der Blücherstraße.
Er lehnte sehr matt in der einen Ecke und hielt die Augen geschlossen, stöhnte zuweilen leise und antwortete auf meine besorgten Fragen stets nur mit einem schwach geflüsterten: „Es wird schon wieder werden …“
Uns gegenüber saß ein Kriminalbeamter, den mir Kommissar Rottmüller mitgegeben hatte, damit er mir hülfe, Harst ins Bett zu bringen.
Während der Autofahrt nach Schmargendorf hinaus hatte ich genügend Zeit, mir die ganzen Ereignisse dieses Abends nochmals ins Gedächtnis zurückzurufen.
Vieles an Einzelheiten erschien mir dabei dunkel und widerspruchsvoll. Die beiden greisenhaften Bewohner von Nummer 6 aber kamen mir im Lichte dieser widerspruchsvollen Kleinigkeiten ebenso geheimnisvoll wie fragwürdig vor. –
Es war Tatsache: sie wohnten dort bereits zwanzig Jahre. Dies und anderes hatte ein pensionierter Beamter aus Nummer 5, der als Zeuge herbeigeholt worden war, dem Kriminalkommissar Rottmüller bestätigt. Wogitsch war 75, Rehbein 69 Jahre alt. Sie lebten ganz zurückgezogen. Man bekam sie selten zu Gesicht. Verwandte oder Freunde