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Page:Die große Null.djvu/30

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[30] Oben im ersten Stock, der unbewohnt ist, weil zu baufällig, ein leises Krachen, ein leises Splittern.

Eine Scheibe hat dran glauben müssen.

Harst verschwindet in dem rasch geöffneten Fensterflügel.

Eine dünne seidene Leine mit Knoten und kurzen Holzstäbchen kommt von oben herab. Meine einhundertzweiundachtzig Pfund wären für die Regenrinne eine zu starke Belastung gewesen.

Harald hilft mir nach oben. Das geht im Nu. Leise keuchend stehe ich neben ihm im Dunkeln auf morschen Dielen, in denen die Trockenfäule, der trockene Schwamm, wütet.

Wir warten am Fenster, ob wir etwa beobachtet worden sind.

Nein – nichts …

Kein Mensch ist draußen zu sehen.

„Fein gemacht!“ sagt Harald.

Seine Taschenlampe blitzt auf, beleuchtet die Dielen, die Löcher, die brüchigen Stellen.

Schritt für Schritt schleichen die Kaschemmenbrüder weiter.

Öffnen die Tür zum Treppenflur …

Lauschen …

Lauschen …

Halten den Atem an …

Glauben an eine Gehörtäuschung …

Und müssen doch schließlich einsehen, daß diese seltsamen Töne wirklich von oben her herabdringen …

Ein … ein fassungsloses Schluchzen aus einer Frauenkehle …

Jammernde Laute …

Dazwischen eine Männerstimme …

Und – ein heiseres Krächzen: Die Dohle, die zahme Dohle! –

Harst umklammert meinen Arm …

Haucht mir ins Ohr: „Was bedeutet das?!“