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Page:Die große Null.djvu/43

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[43] Jedenfalls hatten wir jetzt die zugemauerten Brauereikeller entdeckt.

Harst entdeckte hier noch mehr, nämlich in dem feuchten grauen Schimmelüberzug der Fliesen des Kellerbodens neben den Spuren von derben Stiefeln die zierlichen Abdrücke kleiner Frauenschuhe. Diese Fährten waren ganz frisch. –

Das war nicht alles.

Eine genaue Beobachtung der Spuren leitete Harst und uns in einen Nebenkeller, wo – – die Wände und die Fliesen mit Blut über und über bespritzt waren.

„Hier hat Rehbein den Modelleur ermordet,“ erklärte Harald sehr bestimmt. „Dann hat er die Leiche nach oben getragen und in dem ersten Wachsfigurenraum das Tuch, das er dem Toten um den Hals geschlungen hatte, abgenommen, damit dort die Blutlache entstände.“

Rottmüller sagte leise:

„Also ist mein Verdacht bestätigt. Auch ich hielt Rehbein für den Mörder seines Freundes.“

Harst wandte sich schon wieder dem Hauptkeller zu.

„Sehen wir, was wir in dem Hause Laternengasse 19 finden,“ meinte er. „Ich vermute: Rehbeins und Wogitschs zweites Heim.“

„Ah – die beiden haben ein Doppelleben geführt?“

„Ohne Zweifel, Herr Rottmüller. Und dieses Doppelleben teilte noch irgendeine Frau. Daher die zierlichen Fährten. Eine Frau, die mit einem der beiden verwandt sein mag. Vielleicht – – Wogitschs Tochter.“

„Wie kommen Sie darauf, Herr Harst?“

Harald schwieg.

Ich wußte schon, weshalb die Frau gerade Wogitschs Tochter sein sollte: sie hatte so kläglich oben im Wohnstübchen geweint! Wahrscheinlich doch über den Tod des alten Modelleurs. Sie ahnte nicht, daß Rehbein der Mörder war. –

Rottmüller fragte nicht weiter. Harst war dafür bekannt, daß er recht unhöflich werden konnte, wenn man ihm mit Fragen allzu sehr zusetzte. – –