[44] Ich will mich mit den Einzelheiten unserer Feststellungen im Hause Laternengasse 19 hier nicht lange aufhalten.
Aus dem Keller führte eine Leiter in eine ebenso enge Speisenkammer des Erdgeschosses, das nur eine Wohnung von vier Zimmern enthielt.
Sie war recht behaglich, zum Teil sogar künstlerisch und luxuriös eingerichtet, aber – – leer. Ein Zimmer hatte fraglos eine Dame innegehabt.
Rottmüller klingelte die Bewohner der ersten Etage heraus. Von diesen erfuhren wir, daß unten die Brüder Ernst und Emil Rastein und Fräulein Ella Rastein, die Tochter Ernst Rasteins, seit etwa 20 Jahren hausten und allgemein geachtet waren. Die Brüder Rastein waren früher Schiffskapitäne gewesen. –
Eine abermalige Untersuchung der Rasteinschen Wohnung deutete klar darauf hin, daß Emil Rehbein-Rastein mit Fräulein Ella in wilder Hast Koffer gepackt hatten und geflüchtet waren. Ein halb gepackter Koffer stand noch in dem gemeinsamen Schlafzimmer der Brüder.
Papiere, die über diese rätselhaften Menschen hätten irgendwie sichere Auskunft geben können, wurden nicht gefunden.
Nur eins bewies Harald noch: daß Emil Rehbein-Rastein einen künstlichen Buckel getragen hatte!
Der Buckel lag … in dem einen Bett versteckt. –
Rottmüller, seine Beamten und wir verließen dann das Haus Laternengasse 19, nachdem die Erdgeschoßwohnung versiegelt worden war.
Als Rottmüller zugab, daß er in Verlegenheit sei, wie er den Steckbrief hinter Emil Rehbein abfassen solle, sagte Harald:
„Sehen Sie sich die linke der beiden Piratenfiguren unter dem Baldachin genau an. Das ist Rehbein!“
Dann verabschiedeten wir uns und fuhren heim.