[6] der Wand mit ihrem tiefen Gongton neun zu schlagen – neun Uhr abends … –
Wir lauschten.
Ein später Gast … Wer mochte es sein?
Mathilde schlurfte durch den Flur …
Wir hörten sprechen. Mathildes Stimme schwoll an:
„Und ich sage Ihnen, Herr Harst ist nicht zu Hause! Der is noch in Schottland.“
Wir lächelten: Mathilde, die unsere Ferien verteidigte.
Und – Mathilde siegte.
Die Haustür klappte zu. Die Sperrkette rasselte. Dann brachte die brave Alte einen Zettel.
„Da war eben ’n altes Männchen da,“ erklärte sie. „Er gab mir den Zettel. Er hat schnell was raufgeschrieben.“
Und sie verschwand wieder. –
Kritzliche Bleistiftzeilen:
Geehrter Herr H.! Die große Null hat sich bei mir gemeldet. – Ernst Wogitsch, Modelleur, Berlin C., Brückengang 6, 2 Treppen.
Harald warf den Zettel hin und lief hinaus – lief in den Vorgarten …
Ich ihm nach. Wir stürmten der eine nach rechts, der andere nach links die Blücherstraße hinab, riefen wiederholt:
„Herr Wogitsch – – Herr Wogitsch!!“
Ich hatte, durch Haralds jähe Lebendigkeit angesteckt, gar nicht mehr an unsere Ferien gedacht.
Ich dachte nur noch an den Modelleur Wogitsch, bei dem die große Null sich gemeldet hatte. Ich wollte Wogitsch kennenlernen! Er würde uns mitteilen, wie sich die große Null gemeldet hatte!
Zum vierten Male brüllte ich:
„Herr Wogitsch – – Herr Wogitsch!!“
Alles umsonst …