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Page:Doktor Haldens Patient.djvu/10

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[10] den Fall Mendel, der doch zweifellos einige dunkle Punkte aufweist, zu klären.“

Halden drückte uns sichtlich erfreut die Hände. „Meine Herren, Sie kommen mir wie gerufen, denn ich wäre noch heute bei Ihnen erschienen, um Ihnen genau dieselbe Bitte vorzutragen. – Setzen Sie sich doch … So – wollen die heikle Sache in aller Ruhe durchsprechen …“

Er drückte auf einen in die Schreibtischplatte eingelassenen Klingelknopf.

Der Uhu erschien.

„Herr Doktor befehlen?“

„Giesebrecht, bringen Sie Rotwein, Zigarren und Zigaretten. Vorher aber fragen Sie Schwester Anna, ob die Gräfin erwacht ist.“

„Sehr wohl, Herr Doktor …“ Er verschwand wieder.

Halden lächelte. „Hat Ihnen Fräulein Tussi auch von dem … Uhu etwas erzählt, Herr Harst? – Nun, der alte Herr, der mal bessere Zeiten gekannt, spielt hier bei mir den Diener in aller Heimlichkeit, – will’s eben die Welt nicht wissen lassen, daß er sich auf diese Weise durchschlägt. Mein armer Freund Mendel mußte Giesebrecht hoch und heilig versprechen, nichts zu verraten, und so ahnt selbst Tussi nicht, daß Giesebrechts ständiges Fernsein von Hause einen sehr harmlosen Grund hat: Geldverdienst!“

Das Telephon auf dem Schreibtisch schrillte …

Halden nahm den Hörer …

„Ja – – die Gräfin soll dann – –, wie, – aber das geht doch auch ohne mich, Schwester … Gut, ich komme …“

Und zu uns: „Sie müssen mich schon ein paar Minuten entschuldigen … Eine etwas schwierige Patientin … – Giesebrecht bringt sofort Zigarren und einen guten Schluck … Bedienen Sie sich dann bitte ganz zwanglos …“

Er verließ das Zimmer durch die zweite Tür.

War kaum hinaus, als von der Diele her eine Frau hereinstürzte … eine Frau, die nur einen bunten Bademantel