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Page:Doktor Haldens Patient.djvu/13

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[13] erleben mußten. Die Gräfin ist meine aussichtsloseste Patientin – eine Gräfin Sildheim … Aber nehmen Sie doch wieder Platz, meine Herren …“

Durch die zweite Tür kam der Uhu mit einem großen Teebrett herein und stellte schweigend Gläser, Flasche und alles andere auf einen runden, schweren Eichentisch.

Halden stand auf und füllte die Gläser. „Ja, es ist auch ein gefährlicher Beruf,“ meinte er. „Das war nun der dritte Versuch der Gräfin, mich zu töten und zu entfliehen. Trinken wir … Ihr Wohl, meine Herren …“ Seine Hand zitterte leicht. Aber seine Augen hatten unverändert denselben gütigen, etwas versonnenen Blick.

„Und nun zu Ernst Mendel, Herr Harst … Fräulein Tussi beargwöhnt den Perser, meinen Kollegen, den ich flüchtig kenne. Eifersucht, glaubt Tussi. Ich selbst halte diesen Verdacht für verfehlt. Doktor Kamir Nussra müßte denn gerade ein Gift besitzen, das der deutschen Wissenschaft noch nicht bekannt ist, und solche Gifte gibt es nicht – nicht mehr. Wir Deutschen sind gründlich. Anderseits – um Ihnen beiden gegenüber jede Zurückhaltung aufzugeben – ist es aber auch ausgeschlossen, daß die Explosion der Retorte an diesen Lähmungserscheinungen schuld sein kann. Mendel und ich haben voreinander keine Geheimnisse gehabt. Ich wußte genau, in welcher Richtung seine chemischen Versuche sich bewegten. Er wollte ein völlig einwandfreies Narkotikum für Operationszwecke erfinden, und die Bestandteile, mit denen er experimentierte, mögen unter gewissen Bedingungen explosiv gewesen sein, konnte aber niemals den menschlichen Organismus in dieser selbst mir unerklärlichen Weise schädigen. Deshalb eben wollte ich auch Sie und Ihren Freund heute noch zu Rate ziehen, Herr Harst. Der Fall Mendel ist Sache eines Detektivs, nicht eines Arztes, denn – wir Ärzte sind hier machtlos. Wir können dem armen Kerl nicht helfen, das habe ich bereits eingesehen.“ Er trank schnell sein Glas aus. „Ich fürchte fast, der Verstand ist noch klar, und die