[22] wird und fragen, wo Sie auswärts arbeiten. Dann soll Ihre Frau erklären, sie habe den Zettel verlegt, wo Sie ihr Ihre Adresse aufgeschrieben hätten. Sie würde dem Doktor aber sofort Nachricht geben, sobald Sie ihr geschrieben haben. – Sie verstehen mich doch, Mielke ..?“
„Gewiß, Herr Harst …“ Sein trostloser Blick war aufgelebt. In seine zermarterte Seele war die Hoffnung eingezogen.
Wir verabschiedeten uns, nachdem Harst mit unserem neuen Verbündeten noch mancherlei verabredet hatte.
Wir standen wieder draußen auf der Straße im strahlenden Sonnenschein. Aber Harsts Gesicht glich einer Gewitterwolke. Mit Augen, die förmlich funkelten, spähte er in die Runde. An diesem köstlichen Maitage strömten die Berliner in Scharen dem nahen Grunewald zu. Die Straßenbahnen spien immer neue Schlangen heiterer Menschen aus. Um uns her war stetiges Leben, Bewegung, Lachen, Zurufe …
Als ein leeres Auto vorüberkam, stiegen wir ein, Harald noch immer in der Maske des alten Herrn. Als wir daheim anlangten, empfing unsere dicke Küchenfee Mathilde uns mit einem essigsauren Gesicht. Es hatte Lachs mit zerlassener Butter zu Mittag geben sollen, und ein solches Gericht läßt sich schlecht bis fünf Uhr nachmittags warm halten.
Mathilde wurde versöhnt. Wir fraßen wie die Scheunendrescher. Doch es war eine schweigsame Mahlzeit. Mein alter Harst hatte offenbar in Gedanken den Kampf gegen Doktor Halden mit allen Mitteln seines erfindungsreichen Kopfes aufgenommen, und arbeitete den Schlachtplan weiter aus.
Erst als Mathilde uns den Mokka dann auf der Veranda servierte, als nun auch Haralds Mutter mit am Tische saß und ihr großer, geliebter Junge ihr, seiner und unserer einzigen Vertrauten, die Ereignisse des Tages geschildert hatte, fügte er noch zum Schluß hinzu:
„Das, was ausschlaggebend war, ist das Baugerüst, ist