[32] Der Riegel der Innentür knackt leise …
Hinein …
Dünne Lichtfinger greifen in die Finsternis …
Streifen das Bett …
Leer … Zerwühlt …
Gleiten zum Fenster, das hier wie überall im Hause dünne Eisenläden hat …
Eisenläden offen … Verschluß durchgefeilt …
Doppelfenster nur angelehnt … Am Fensterrahmen eine Wäscheleine …
Harst beugt sich weit zum Fenster hinaus – im Dunkeln … Zieht die Leine etwas hoch, tritt wieder zurück …
„Auch zu spät, mein Alter! Die Konkurrenz war schneller als wir …“
Flüstert’s – im Dunkeln …
„Und wer ist die Konkurrenz?“ frage ich geradezu.
„Kamir Nussra – wer sonst?!“
„Dann also – Rückzug ..!“ mahne ich leise, denn in diesem Hause hockt mir stets das Grauen im Nacken …
„Wir haben Zeit, wir können getrost Haldens Heimkehr erwarten … Komm nur!“
Er versperrt die Zimmertüren wieder …
Ich weiß, daß es keinen Zweck hat, ihn zu warnen.
Und so gleiten wir Stromer die Treppen wie flüchtige Gespenster abwärts. Wir kennen das Terrain. Wir haben uns mittags gut umgesehen. Harst wieder voran. Irgendwo im Hause schlägt eine keifende Uhr zwei schrille, lang nachhallende Schläge … Halb eins … Es muß eine einfache Tür gewesen sein, hinter der sich diese Uhr gemeldet hat. Im Erdgeschoß. Dicht unter uns … Und als wir nun im unteren Flur sind, finden wir eine Tür nur angelehnt, sehen hinein, – Nachtlampe brennt, auf dem Diwan liegt die Walküre von Krankenschwester in Kleidern und schläft, vor dem Diwan ein mächtiger Kerl von Schäferhund – – regt sich nicht … schläft – – müßte uns gehört haben mit [den][1]
- ↑ Die Vorlage ist hier unleserlich.