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Page:Doktor Haldens Patient.djvu/33

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[33] feinen Sinnen des Tieres, wenn sein Schlaf (wie der der Schwester) eine natürliche Ursache gehabt hätte …

Harst zieht prüfend die Luft ein. Ich auch. In dem schwachen Geruch, wie er allen Arztzimmern anhaftet, Geruch nach Lysol[Anm. 1], Chloroform und anderem, unterscheide ich noch eine besondere Beimengung: dasselbe, was ich vor Stunden unter den Kiefern warnend spürte, bevor ich betäubt umknickte: Gas – Giftgas!

Harald blickt mich an. „Die Konkurrenz war auch hier!“ raunt er leise. „Schneidige Herrschaften – alle Achtung! Nur die Tür hätten sie hier wieder schließen sollen …“

Er tut’s …

Und dann weiter – hinein in den einzigen phantastischen Raum dieses nüchternen Hauses, in die Diele, das Wartezimmer …

Wir finden es dunkel, schalten die Taschenlampen ein … Suchen ein Versteck … Neben dem großen Kaminofen steht ein vierteiliger hoher japanischer Wandschirm: schwarze Seide mit fingerdicker Goldstickerei.

Harst wendet sich dem Wandschirm zu …

Mit einem Male erscheint da über dem Rande des kostbaren Paravents ein Kopf …

Ein feixendes Gesicht …

„Grüß Gott, Herr Harst …,“ sagt Arno Matzka vergnügt.

Er ist immer vergnügt, dieser halbe Kollege, dieser Berufsdetektiv, der zu den gesuchtesten Berlins gehört – und zu den befähigsten und tadellos ehrenhaftesten. Er ist zugleich der eleganteste und der lebensfreudigste. Märchen umspinnen seinen Namen Matzka. Man will wissen, daß dieser erst 1921 in Berlin aufgetauchte Arno Matzka einst in Südrußland Sohn und Erbe eines fürstlichen Großgrundbesitzers gewesen sei. Man sagt … Matzka hat den Schleier seiner Vergangenheit selbst uns gegenüber nie gelüftet.

„Bitte – hier ist auch Platz für drei,“ fügt er hinzu.

  1. ↑ Lysol ist ein Desinfektionsmittel.