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Page:Doktor Haldens Patient.djvu/56

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[56] Matzka fragt Harst: „Wohin mit ihm?“

„In die Diele …“

Matzka schließt das Fenster wieder. Harald steht neben Mendels Totenbett – dem Bett eines Lebendig-Toten …

Ich wundere mich, denn Harst lächelt unmerklich, sagt dann zu uns: „Schaut euch bitte diesen Mann ganz genau an …“

Genau – –?! Nun, es ist Mendel … Wer sonst?!

Matzka meint gedehnt: „Ist das etwa gar nicht Ernst Mendel?“

Und Harst wiederholt nochmals: „Nein, das ist nicht Mendel … Das ist, wie ich schon vorher erkannte, als Schraut und ich hier eingedrungen waren, ein fremder Toter, ein echter Toter, eine Leiche, – irgendeine Leiche, die der Doktor sich irgendwoher besorgt hat oder … hergestellt hat, vielleicht ein von ihm Vergifteter, der zu seinem Unglück mit Mendel Ähnlichkeit hatte … Also hier Mendels Stellvertreter …“

Matzka und ich blicken ziemlich verständnislos drein.

Harst erklärt ohne jede Wichtigtuerei: „Die Dinge hier liegen nämlich, was Mendel betrifft, erheblich anders als ihr denkt … Ich selbst habe das Spiel Haldens erst durchschaut, als ich sah, daß dieser Tote nicht Ernst Mendel war. Mendel lag als Kranker in diesem Bett, als Halden ihn uns nachmittags zeigte. Das war Mendel. Jetzt aber ist Mendel anderswo …“

„Wo?“ fragt Matzka gespannt.

Inzwischen habe ich einiges begriffen …

Antworte für Harst: „Mendel ist Aristide Manquier!“

„Bravo, mein Alter ..! – Aber das wollen wir mit Mendel persönlich ausfechten. Tragen wir Halden hinab. Es wird ihm nichts schaden. Vielleicht erwacht er unten, und dann wird Mendel kaum noch leugnen. – Ja, die arme Tussi Becker ..! Sie hätte ihr Herzchen lieber an Kamir Nussra verlieren sollen. Mendel ist wahrhaftig keine Träne wert … – Faßt mit an … Wir tragen Halden in der Diwandecke hinab … Los – – anheben!“