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Page:Doktor Haldens Patient.djvu/7

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[7] verwittertes Haus mit flachem Dach, an dessen Gitterpforte ein großes Messingschild in schwarzen Buchstaben die Aufschrift trägt:

Dr. med. Ferdinand Halden,
Nervenarzt.

Harst läutete. Nach einer geraumen Weile öffnete sich die Gittertür mit völliger Lautlosigkeit, und vor uns stand – – der Uhu!!

Fraglos der Uhu – der Rentner Giesebrecht! Der Bewohner des kleinen Hinterzimmers der Sanitätsrätin. Er mußte es sein. Tussi hatte ihn uns so genau beschrieben: Brille, Bart, Geiernase – alles stimmte, – auch der schief getragene Kopf …

Der Uhu hatte eine Art Dienerlivree an, verbeugte sich steif … „Bitte … Patienten?“ Seine Stimme klang wie das Krächzen einer hungrigen Winterkrähe.

„Ja …,“ – und Harald betrat den Vorgarten, indem er mich bei der Hand nahm und hinter sich her zog.

So war’s zwischen uns im Auto vereinbart worden …

Ich war der Patient.

Die Komödie begann. – Komödie?! Nein, es wurde die unheimlichste Tragödie, die wir jemals miterlebt hatten.

Die Diele, die gleichzeitig als Wartezimmer diente, war leider noch reichlich besetzt. Acht Patienten – wir waren Nummer neun und zehn. Haldens Praxis mußte glänzend gehen …




2. Kapitel.
Die kranke Gräfin.

Diese Diele war lediglich durch eine altertümliche Ampel beleuchtet, die an einer Kette von der Decke herabhing. Da wir aus dem grellen Sonnenlicht dieses immerhin recht eigenartige