[8] halbdunkle Wartezimmer betreten hatten, mußten sich meine Augen erst an das grüne Zwielicht gewöhnen. Harst hatte mich in einen der tiefen, mit dunkel getöntem Gobelinstoff bezogenen Klubsessel gedrückt und dann für sich selbst einen Hocker herangezogen. Nach dem ersten flüchtigen Blick über die acht Patienten, vier Damen und vier Herren, wandte ich den Kopf nach links, wo eine Frau in Trauer in einer Sofaecke leise weinte und immer wieder ihr Taschentuch an die Augen führte – mit einer Regelmäßigkeit, die an einen Automat erinnerte.
Der Uhu (wenn er’s wirklich war!) hatte sich uns gegenüber an eine durch schwere, schwarze Vorhänge bis auf einen schmalen Spalt verdeckte Tür gesetzt und putzte seine Brille.
Mein Blick glitt von der weinenden Frau weiter zu einem älteren dicken Herrn hin, der an schrecklichen Gesichtszuckungen litt und immerfort mit dem linken, übergeschlagenen Bein wippte. – Dann rechts aus der Ecke aus einem anderen Sessel ein hysterisches Kichern … Auch eine Frau … Sie hatte den Hut abgenommen, kämmte ihren strohblonden Bubikopf und … kicherte … kicherte …
Mit einem Male sprang der Uhu auf und rief quäkend:
„Bitte – der nächste …“
Schlug die Vorhänge auseinander und stieß die Flügeltür auf, so daß ich in ein großes, helles Gemach hineinsehen konnte, in dem an einem Diplomatenschreibtisch ein schlanker Herr in blauem Sackoanzug saß und schrieb …
Doktor Halden …
Der nächste war die kichernde Dame. Sie eilte hinein, und Tür und Vorhänge fielen wieder zu. Der Uhu setzte sich, und der Mann, der mir am nächsten saß, offenbar ein schlichter Arbeiter, begann flüsternd ein Gespräch mit mir.
„Wenn nur das lange Warten nicht wäre, Herr ..! – Na – hier sitzt sich’s ja ganz gut, nicht wahr? – Sind Sie zum ersten Male hier?“
„Ja …“