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Page:Kassianow Limulus-Theorie.djvu/4

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1. Ähnlichkeit zwischen den Merostomen und Arachnoideen in ihrer ganzen Organisation.

Die Übereinstimmung zwischen Arachnoideen und Limulus äußert sich: in dem allgemeinen Habitus der Tiere (Eurypteridae und Scorpionidae): in der parallelen Erscheinung, dass bei den Merostomen und den Arachnoideen „macrure“ und „brachyure“ Formen vorkommen; in der allgemeinen Zahl der Segmente, in ihrer der Zahl nach entsprechenden Verteilung auf ähnliche Körperregionen; in dem Vorhandensein eines und desselben abortiven embryonalen Segmentes ( Brauer , 1895;  Kishinouye , 1892)[1]; in Bau, Funktion und Entwicklung der Extremitäten, wobei die entsprechenden Extremitäten bei Limulus und bei den Arachnoideen ähnliche Lage und ähnliche Verteilung auf die entsprechenden Segmente und Körperregionen aufweisen (dies wird auch durch die Innervation bestätigt, soweit solche ermittelt ist, so dass wir Segment für Segment, Extremität für Extremität, wie es scheint, miteinander vergleichen können); in dem Vorhandensein des Endstachels; in dem negativen Merkmal, dass ihnen Antennen und eine Sonderung des Kopfes abgehen; in dem Bau des Innenskelettes (Endosternit); in der gesamten inneren Organisation der Tiere: den Nerven-, Zirkulations-, Respirations-, Genital- und Exkretionssystemen und in der Entwickelung dieser Organe (soweit sie bekannt ist).

Bemerkenswerterweise zeigen auch die histologischen Details Übereinstimmung, so z. B. die Retinulae der Augen, pilasterähnliche Zellsäulen der Lungen-, resp. der Kiemenblätter u. s. w.

Und, was außerordentlich wichtig ist, es zeigen alle Organe bei Limulus und bei den Arachnoideen innerhalb desselben Individuums dieselben Beziehungen zueinander hinsichtlich ihrer gegenseitigen Lage, ihrer Funktion und ihrer ontogenetischen Entwickelung. So sind z. B. die Cheliceren bei den Merostomen und den meisten primitiven Arachnoideen ganz ähnlich beschaffen (kleine scherentragende Extremitäten, aus drei Gliedern bestehend)[2]. Hier wie dort liegen sie präoral. Bei den Embryonen beider Gruppen sind sie aber zunächst postoral; erst durch die in beiden Gruppen ähnliche Wanderung erreichen sie ihre präorale Lage. Die Abgliederung des Chelicerensegmentes und das verspätete Auftreten der betreffenden Extremität verläuft in beiden Gruppen in charakteristischer und übereinstimmender Weise, wie es aus den Angaben von  Kingsley , 1892,  Kishinouye , 1892,  Brauer , 1895 (II. Teil, p. 355) u. a. hervorgeht. Weiter, die Nerven, welche diese Cheliceren innervieren, haben denselben Ursprung vom Gehirn (wie


  1. ↑ S. auch  Börner 1902.
  2. ↑ Unter den Merostomen besitzen nicht nur Limulus, sondern auch die Eurypteriden präorale Extremitäten von auffallender und täuschender Ähnlichkeit mit denen der Arachnoideen, wie es  Laurie 1898 und besonders klar  Holm 1898 gezeigt haben.