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Schlesische Lieder/Der Pflug
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Der Pflug
Hart mit der Scholle ringt der Ackermann,
er dankt es ihr, daß sie ihm Früchte trug;
die Lerche singt; er zieht die Furche streng,
dann wendet er mit schwerer Hand den Pflug.
Auch sein Gesicht hat Furchen, feucht vom Schweiß;
der Sensenklang ist wie ein Lied im Flug.
Dem braunen Pferde folgt er weiten Schritts,
dann wendet er mit schwerer Hand den Pflug.
Ich witt're Erdgeruch und seh' ihm zu
und immer noch hat nicht das Aug' genug.
Wie gut es war', so hinterm Pflug zu gehn,
mit schwerer Hand zu wenden jetzt den Pflug.
Wer in der Stadt mit sich zerfallen ist,
der taugte nicht dazu, sein Tun war' Lug:
Laß du das braune Pferd am Felde stehn
und nähere dich nicht dem blanken Pflug.
Ich seh' die Oppa.. Pappeln ragten da...
und eine Brücke Leut' und Wagen trug...
Dort schritt mein Ahn vor Jahren übers Feld,
mit schwerer Hand regierte er den Pflug.
Darf ich dem Spruche weiser Leute trau'n:
»Das Leben wiederholt sich, Zug um Zug«:
Folg' einst auch ich am Feld dem braunen Pferd,
die Stirne übersonnt, die Hand am Pflug?
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